Sonntag, 6. Juni 2021

Orale Toleranz bei Katze und Hund - Grundstein für Gesundheit.

Die Orale Toleranz ist Grundstein für eine optimale Entwicklung des Immunsystems und wichtigen Organen wie Bauchspeicheldrüse, Leber sowie Darm. Sie hat mit Einnahme in den Mund zu tun wie die Beschreibung bereits verrät. Bei Katze und Hund fällt die Orale Toleranz nicht 1:1 aus. Wie bei vielen physiologischen Unterschieden zum Hund, ist die Orale Toleranz bei der Katze noch differenzierter als beim Hund. Dies bedeutet für diesen Text, dass alles auch für den Hund gilt wobei bei der Umsetzung bei Hundewelpen etwas mehr Spielraum besteht.

Diese Orale Toleranz wird oft verwechselt mit der Akzeptanz, im Bezug auf Futtermittel. Die Futtermittel Akzeptanz ist die Bereitschaft ein bestimmtes Futter zu fressen. Bei Büsis ist dies in der Futtermittelindustrie einer der wichtigsten Verkaufsfaktoren.

Marktforschungen von grossen Futtermittelherstellern fanden heraus, dass die Futtermittel Akzeptanz nicht der wichtigste Verkaufsfaktor ist. Kunden bleiben lieber bei einem Futter, welches zwar weniger gut gefressen wird, jedoch der Output der Katze perfekt ist. Ein genormter Kot ist das Ergebnis dieser Marktforschungen. So werden Verdauungshilfen in die Futtermittel verarbeitet damit DER perfekte Kot die Kundentreue sichert. Der perfekte Kot (von Katze und Hund) ist übrigens laut den Erhebungen, ein griffiger, fester, mittel bis dunkel brauner, länglicher Haufen. Nein falsch, ein Häufchen natürlich.

Bei der In den Mund Toleranz, wie ich sie gerne nenne, geht es also darum welche Stoffe in den Mund und somit in den Verdauungstrakt gelangen und wie der Körper damit umgeht bzw. umgehen kann.

Dabei gibt es mehrere wichtige Einflüsse und Umstände die, die Orale Toleranz beinhaltet, fördert oder sogar stören kann. Eine gute Orale Toleranz bringt automatisch eine gute Verdauung und somit einen perfekten Output. 

Genormte Stuhlgänge sind Marketingtechnisch für die Kundenbindung natürlich ideal doch für die Katze? Für die Katze ist es in der Hinsicht suboptimal, da sie durch die Verdauungshilfe automatisch Verdauungsorgane wie z.B. die Bauchspeicheldrüse permanent schont. Dies führt langfristig zu einer Abhängigkeit dieser Verdauungshilfen und/ oder im schlimmsten Fall dazu, dass das Pankreas seine Verdauungssäfte nicht mehr ausreichend produziert. Diese physiologischen Vorgänge passieren beim Hund ebenso. Mit entsprechenden Voraussetzungen kann eine Bauchspeicheldrüsenentzündung begünstigt werden. Doch nicht nur das Pankreas auch andere Verdauungsorgane wie der Darm selbst können betroffen sein von diesen permanenten Verdauungshilfen. Darmabschnitte können träge werden. Durch den verlängerten Durchgang des Nahrungsbreis können vermehrt Stoffe aufgenommen werden, dies wäre sogar von Vorteil, wenn diese Futtermittel nicht auch noch voller überdosierten synthetischen Vitaminen und anderen teilweise bedenklichen Stoffen wären.

Das Ziel der Oralen Toleranz ist also die möglichst idealen Bedingungen zu schaffen, damit der Magen-Darm-Trakt lernt welche Stoffe gut für den Körper sind und welche eben nicht. Also welche aufgenommenen Stoffe Nahrung sind oder eben nicht. Ganz vereinfacht ist das Immunsystem ein Team von mehreren Mitgliedern die alle das Ziel verfolgen den Körper von Eindringlingen zu schützen. Jedes Mitglied dieses Teams hat einen Funktionskreis, wie beispielsweise das Teammitglied Haut. Dieses Teammitglied trägt einen Säureschutzmantel der krankmachende Mikroorganismen abwehrt. Ebenso kann „Haut“ in kürzester Zeit die Immunabwehr in Gang bringen. Schafft es das Team nicht alle krankhaften Eindringlinge abzuwehren erfolgt eine Immunreaktion. Jetzt werden also die Eindringlinge Entlarvt. Um sie zu analysieren werden sie von einem weiteren Team quasi verspeist und die zeigen Teile des Eindringlings an ihren Mundwinkeln. So können die nächsten Teams reagieren um den Eindringling zu töten oder Ihn mit Antikörper zu binden.

So verhindert also die Orale Toleranz, dass ein Kitten allergische Reaktionen gegen nicht gewohnte Stoffe entwickelt und sorgt gleichzeitig für den Schutz gegen Erreger.

Genau dieses Team welches analysiert und alarmiert möchten wir also mit der Oralen Toleranz unterstützen. Denn dieses Team braucht noch Instruktionen und Regelwerke um zu wissen wie es möglichst effektiv arbeiten kann.

In den Futtermitteln mit Verdauungshilfen ist immer auch eine Überzahl an Inhaltsstoffen wahrzunehmen. Es mag damit zusammen hängen, dass die Produzenten dieser Futtermittel sogar wissen, dass eine Vielzahl von Inhaltsstoffen der Verdauung nicht dienlich ist und deswegen Verdauungshilfen in ihre Produkte beimengen. Schliesslich würde eine schlechte Verdauung ja im Häufchen sichtbar werden und somit wäre DER perfekte Kot dahin. Wir Menschen haben ja ebenso eine bessere Verdauung um so weniger Rohstoffe in unserer Mahlzeit, gleichzeitig enthalten ist. Oder wer möchte ein Menü essen welches mehr als 15 Inhaltsstoffe hat? Ohne Gewürze selbstverständlich. Naja Geschmäcker sind ja verschieden, bestimmt gibt es den ein oder Anderen oder die Eine, die gerne einen Salat aus Apfel, Birne, Banane, Rotkohl, Sellerie, Tomate, Spinat, Ei, Kopfsalat, Mais, Haferflocken, Himbeeren, Erdbeeren, Speck und Kiwi verspeist. Ich persönlich finde ja, dass bei so viel Inhaltsstoffen alles irgendwie gleich schmeckt.

Damit das Immunsystem lernen kann möglichst effektiv und gesund erhaltend zu arbeiten, ist es also ideal, wenn wir den Kitten oder Welpen ein Futtermittel bereit stellen mit möglichst wenig verschiedenen Inhaltsstoffen. Denn Futtermittel die mehr als 15 verschiedene Inhaltsstoffe enthalten, können dazu führen, dass Kitten und Welpen keine Orale Toleranz zu gewissen Inhaltsstoffen entwickeln. Es dauert einige Tage bis sich eine Orale Toleranz zu einem Nährstoff bildet. Um so mehr verschiedene Stoffe also gleichzeitig im Verdauungsapparat eintreffen, umso eher ist es, dass eine Orale Toleranz nicht bei allen Stoffen gebildet wird. Solange die Kätzin säugt kann auf ein vitaminisiertes Futtermittel verzichtet werden um dem kleinen Kittenorganismus die Möglichkeit zu geben selbständig zu reifen um später als adultes Tier ebenso selbständig und effektiv auf äussere Einflüsse reagieren zu können.

Katzenmilch ist voller Vitamine und Fett, der Kätzin entsprechend mehr zu bieten macht selbstverständlich Sinn. Natürlich wie immer alles im Mass. Da die Kitten von der Muttermilch rundum versorgt sind, kann Mensch also mit gutem Gefühl und gutem Gewissen Fleisch zum ersten Anfüttern geben. Ob roh oder gekocht hängt davon ab, ob die Mutterkätzin sich bereits rohes Fleisch gewohnt ist oder nicht. Ist Mama eine gebarfte Katze, können die Kleinen ebenso rohes Fleisch bekommen. Ist Mamabüsi sich kein Fleisch gewohnt, sollte das Fleisch für die Kitten entweder in Wasser gekocht/ gegart werden oder für 20 Minuten in den Backofen. Da die Futterprägung, bereits im Mutterleib beginnt, macht es Sinn auch der Kätzin vorgeburtlich schon ab und zu Fleisch zu geben. Idealerweise auch bevor sie überhaupt trächtig wurde.
Ebenso ist der Zeitpunkt der Ersten Anfütterung entscheidend. Um eine Orale Toleranz zu bilden muss ein Kitten mehrere Wochen alt sein. Zur Zeit gibt es noch keine verlässlichen Daten, wie viele Wochen alt. Beim Hundewelpe wird eine Entwicklung der Oralen Toleranz ab der 6. Woche vermutet. Ich empfehle immer ein möglichst spätes Entwöhnen. Natürlich muss jeder Wurf und jede Kätzin individuell betrachtet werden.
Schliesslich achten wir auch noch auf die Verdaulichkeit der Inhaltsstoffe. Schwer verbaubare Stoffe wie Mais, Weizen oder allgemein Getreidearten sind zu vermeiden. Denn schwer verbaubare Stoffe lassen unverdaute Partikel im Darm, diese wiederum erhöhen das Risiko auf eine Immunreaktion.

Zusammengefasst also: So spät wie möglich Anfüttern. Wenig verschiedene Inhaltstoffe bedeutet möglichst eine Tierart Fleisch und möglichst keine schwer verdaubaren Stoffe. Ebenso keine Stoffe auf die, die Mutterkätzin allergisch reagiert. Denn die Antikörper der Mutter werden über die Muttermilch an die Welpen weitergegeben. Bleiben diese Antikörper im Kitten, könnte auch das Kitten auf diese Stoffe allergieren.

Ich hoffe ich konnte erörtern weshalb die Orale Toleranz so elementar ist für die Gesundheit unserer vierbeinigen Lieblingen.

In dem Sinne, auf gesunde, allergiefreie Kitten und Welpen.

Das war dann Heute mein Wort zum Sonntag.

Schönen Start in die kommende Woche euch allen.


Jean de Carvalho

 

Harmony-Wurf bei der ersten Anfütterung

Dashka`s Harmony-Wurf

Viele, viele Eindrücke für alle Sinne sind in den ersten Lebenswochen von Hund und Katze an der Tagesordnung.

Geschwister anknabbern gehört dazu.


Auch bei Kitten sind die ersten Wochen enorm ereignissreich auf allen Ebenen.

Blake als Kitten.

Dashka und Blake, als Blake noch beim Züchter Zuhause war.

Jedi-Wurf von Dashka bei der ersten Anfütterung

Dashka mit Jedi-Wurf, Dashka hatte bei jedem Wurf genügend Milch und eigene Reserven um so lange zu Säugen wie sie wollte. Dies bedeutet sie hat all ihre drei Würfe von Geburt bis Abgabe gesäugt.





Dashka mit dem Legendary Wurf

Legendary wurf an der Milchbar


Legendary Wurf bei der zweiten Anfütterung


Einige Tage vor Auszug der ersten Welpen des Legendary Wurfes. E gab noch immer mehrere Male am Tag Milch von Mamas Milchbar.

Jade mit ihrem Mini-Me Wurf und Oma Dashka im Hintergrund.



Ersten Anfüttern der Mini-Me`s.

Auch Jade war bei ihrem Wurf mit Milch gesegnet und einer super Konstitution, so dass auch sie bis zur abgabe des letzten Welpen gesäugt hatte.

Hier noch eine aktuelle Studie zum Thema, die zeigt, dass Trockenfutter gefüttert an trächtige und Welpen die Entwicklung einer Futtermittelallergie erhöht: https://journals.plos.org/plosone/article/file?id=10.1371%2Fjournal.pone.0225675&type=printable&fbclid=IwAR1NBF0rVK95GMS4Ft5I_-swh9tbuY5u2dC3LqrLKLVIVfzrMHP8kl59-pY


Studie über Fütterung in den ersten Lebensmonaten und Haut Allergien:

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