Es
ist so weit, ich möchte euch ein, so finde ich, wichtiges und oft
unterschätztes Thema welches mein Lieblingsorgan, das Pankreas
betrifft näherbringen. Dabei geht es um die Pankreasschwäche.
Zuerst
ein paar Basics.
Das
Pankreas oder zu Deutsch die Bauchspeicheldrüse ist ein endokrines
Gewebe. Sie produziert innere und äussere Inkrete bzw. Exkrete/
Sekrete weswegen sie DAS Verdauungsorgan ist.Sie speichelt also
quasi herum. Ihr Speichel – Verdauungssäfte.
Innere
Sekretion, bedeutet die Inkrete werden direkt in die Blutbahn
abgegeben, wie z.B. die Hormone Insulin und Glukagon
(Blutzuckerregulation).
Äussere Exkrete werden in den Darm
abgegeben wie z.B. Verdauungsenzyme und Bikarbonat (alkalische
Puffersubstanz um Magensäure abzupuffern).
Das Pankreas ist ein Erschaffer. Dank
des Erschaffens von Verdauungsenzymen, liegt das Pankreas in der
ständigen Gefahr, sich selbst zu verdauen.
Ja,
der Kopf des Pankreas liegt in der Zwölffingerdarmschleife herum.
Das
Pankreas besteht aus Kopf, Körper und Schwanz.
Die
kleinste funktionelle Einheit des Pankreas sind beerenförmige
Drüsen, sie befinden sich um die Drüsengänge herum. Zwischen
diesen Drüsengängen befinden sich, eingestreut, einzelne
Zellinseln, der sogenannte Langerhans-Inselapparat (nach ihrem
Entdecker benannt). Diese Inselzellen produzieren vor allem die
Hormone Insulin und Glukagon, aber auch Hormone, die z.B. die
Ausschüttung von Pankreassaft regulieren.
Die
Bauchspeicheldrüse ist wie schon erwähnt ein zentrales Organ des
Verdauungsapparates und unseres Körpers auf allen Ebenen (körperlich,
emotional, mental). Doch nicht deswegen wurde sie mein
Lieblingsorgan. Nachdem ich sie als zentrale Einheit erkannt hatte,
wurde sie mir nur noch lieber. Was mich an ihr faszinierte von Beginn
an und noch heute, ist ihr mannigfaltiger Einfluss auf so vielen
Ebenen. Verdauung ist wohl die offensichtlichste, doch auch unsere
Psyche und somit unser Nervensystem und unsere Ausgeglichenheit, wird
durch sie beeinflusst.
Mit
uns meine ich uns Säugetiere, Katze, Hund, Mensch...
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Eines meiner Praxis-Meridianbilder: Magen- & Milz-Pankreasmeridian.
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In
der traditionellen chinesischen Medizin gilt Milz und Pankreas als
ein Organ, weswegen es ein Meridian, nicht zwei formt. Als
Körpermitte ist das Pankreas, welches körperlich gesehen zusammen
mit dem Solarplexus die Lebensenergie aufnimmt und diese an
Organsysteme weiterleitet ein Verdauungsorgan von jeglicher Form von
Nährendem.
Das Pankreas und der Solarplexus sind also darauf
angewiesen, dass wir bewusst jegliche Form von Energien aufnehmen
oder eben nicht aufnehmen. Sei es Energie in Form von Nahrung,
Emotionen, gesellschaftlichen Glaubenssätzen oder sonstigem.
Bereits
zu Beginn meiner Berufung kam ich mit der Pankreasschwäche in
Kontakt und sie mauserte sich schnell von meinem Lernfeld zu einer
meiner Spezialfelder. So bin ich noch heute einer der
Ernährungsberater und Tierheilpraktiker die
Bauchspeicheldrüsenschwächen, entgegen der gängigen Schulmeinung,
meist ohne Verdauungsenzympräparate erfolgreich unterstützt. Dies
liegt, denke ich, vor allem daran, dass ich irgendwie ein Gespür für
dieses Organ habe obwohl eine Schwäche laut Schulmeinung erst
Krankheitsanzeichen zeigt, wenn ca. 90% des Pankreas nicht mehr
richtig funktionieren. Allerdings spricht man dann bereits von einer
exokrinen Pankreasinsuffizienz.
Eine
Pankreasschwäche bedeutet also, dass das Pankreas zu wenig
Verdauungsenzyme herstellt. So hat es zu wenig dieser Verdauungssäfte
um das Futter genügend aufschliessen zu können. Es gibt vier
unterschiedliche Ursachen dieser Schwäche.
Ich
beginne mit der unwahrscheinlichsten Ursache, die Ursache Tumor. Ist
möglich, jedoch selten und hatte ich selbst noch nie in der Praxis.
Als
Folge einer sehr heftigen akuten Pankreasentzündung (Pankreatitis)
kann so viel des Bauchspeicheldrüsengewebes zerstört werden, dass
diese nicht mehr richtig arbeiten können und als Folge zu wenig
Verdauenssäfte produziert werden können. Kommen wir zu dem
wahrscheinlicherem Grund.
So
ist eine chronische Pankreatitis als Ursache einer
Pankreasinsuffizienz viel plausibler. Denn die Entzündungsschübe
der Bauchspeicheldrüse, die immer wieder kehren, können so
schleichend und unauffällig passieren, dass sie übersehen werden
können. V.a. Wenn Tierbesitzer*innen nicht wissen auf was es zu
achten gilt, oder sie gar nicht ernst genommen werden bei
Fachpersonen, weil sie vielleicht eben schon Symptome erkennen, wenn
es sich noch nicht um eine Pankreasinsuffizienz handelt, sondern erst
eine Bauchspeicheldrüsenschwäche besteht.
Genau
so häufig, wie die eben genannte Form, begegne ich in meiner
Praxistätigkeit der juvenilen Form einer Pankreasschwäche.
Offiziell lautet die Ursache bei dieser Form, die sich in jungen
Jahren (Junghunde) ausprägt, erbliche Vorbelastung und die Vermutung
einer Autoimmunreaktion steht da seit Jahren im Raum. Bedeutet, dass
die Welpen mit gesundem, normal grossem Pankreas zur Welt kommen und
aufwachsen, jedoch schon im Welpenalter eine Pankreasatrophie
(Schrumpfung des Pankreas) geschieht, was zur Folge hat, dass nach
einigen Monaten dieser Schrumpfung, die ersten Symptome auftreten
können.
Grundsätzlich
ist diese Schrumpfung irreversibel d.h. nicht umkehrbar und deswegen
gilt, dass betroffene Tiere lebenslang Verdaungsenzympräparate
benötigen. Hier muss ich mal wieder widersprechen, denn meine
Erfahrung ist, wer frühzeitig reagiert und die offensichtliche
Komponente Futter miteinbezieht, kommt um lebenslange Enzympräparate
drum herum.
Warum
Futter offensichtlich ist? Nun, die Bauchspeicheldrüse wird nicht
nur im Zucker- bzw. Kohlenhydratestoffwechsel gebrauch, sondern auch
in der Fett- und Proteinverdauung. Jedes Organ kann sich ideal
entwickeln durch ideale Bedingungen, so auch die Bauchspeicheldrüse.
Dazu gehört natürlich auch die Ernährung. Zudem benötigt die
Bauchspeicheldrüse Vitalstoffe um ihre Säfte zu produzieren. Stellt
man ihr genügend gut verdaubare, hochwertige und v.a. natürliche,
artgerechte Vitalstoffe bereit, kann sie diese Stoffe auch nutzen.
Warum natürliche und artgerechte Vitalstoffe?

Als
ich vor Jahren, noch in der Ausbildung, zum ersten Mal mit einer
Pankreasschwäche in Kontakt kam bei einer jungen Samojedenhündin.
Durfte ich vom enormen Erfahrungswissen eines Tierheilpraktiker
lernen, dass die ständige Unterstützung durch in Fertigfutter
supplimentierte Vitalstoffe und Verdauungshilfen, die Entwicklung der
Bauchspeicheldrüse benachteiligt werden kann. Schliesslich, so sagte
er, würde das Organ nicht mehr arbeiten als es muss. Es gewöhnt
sich also daran, dass gewisse Verdauungshilfen und ein Überschuss an
Vitalstoffen da sind und somit lernt es, dass weniger gearbeitet werden muss. Sie wird zur Folge "faul".
Also
wie ein Muskel, der nicht optimal genutzt wird und deswegen
schrumpft.
Wähle
ich nun also ein Futter welches auf die überdosierten Vitalstoffe
und die Verdauungshilfen verzichtet, ist es wichtig, dass die nötigen
Vitamine und Mineralien natürlich in den Rohstoffen des Futters
vorhanden sind. Denn sind sie es nicht und es werden keine
Vitalstoffe hinzugefügt, würde ja ein Mangel an Mineralien und
Vitaminen die Folge sein. Eine Ausgewogene Ernährung ist also unumgänglich.
Damit diese Vitalstoffe auch genügend vom
Körper aufgenommen werden können werden natürliche, möglichst unbearbeitete und qualitativ hochwertige Rohstoffe gewählt.
Nicht
zu unterschätzen kommt dann noch die Tatsache, dass Pankreatitis
durch suboptimales Futter entstehen kann. Also auch hier macht eine
natürliche und der Art gerechten Ernährung Sinn als Vorbeugung.
Frühsymptome
die ich beobachte (Erfahrungswert) sind eine Kombination von
psychischen und physischen Symptomen. So sind es oft sehr magere,
drahtige, eher unsichere, jedoch freundliche Hunde. Die Unsicherheit
prägt nicht das ganze Leben, sondern ist Situation bezogen und
körperlich fällt natürlich der Output hinten auf. So sind das
Kotvolumen und Absatzintervall höher als das gefressene
Futtervolumen. Bei Stress haben diese Hunde jedoch, spannender weise
nicht unbedingt „Stressdurchfall“. Der Kot ist sehr hellbraun
oder grau-ockerfarben und riecht eher säuerlich oder faulig (wie
Packungs-Salat der zu lange in der Packung war), Blähungen und
Juckreiz können auch beobachtet werden. Obsessives Fressen von
ungeniessbaren ist ebenfalls ein Symptom welches gerne beobachtet
wird, allerdings ist dies nicht mit der normalen Entwicklung zu
verwechseln. Schliesslich haben Hunde und Katzen keine Hände um
Dinge zu erkunden, also nehmen sie einfach alles in den Mund. Da
Besitzer*innen dies oft missverstehen gibt es da schnell mal
Spielchen, so dass Hund das Erkundete frisst, weil Hund es nicht dem
Menschen abgeben möchte.
Fortgeschrittene
Symptome (hier also schon Pankreasinsuffizienz) sind Durchfall,
schleimiger heller oder dunkler Kot, sehr häufiger Kotabsatz von
grossen, fetthaltigen und säuerlich-fauliger riechendem, teils nicht
ganz verdautem Kot.
Durch
die Vitalstoffmängel können sich natürlich auch Fell- und
Hautveränderungen zeigen oder sogar Entwicklungsstörungen bei
jungen Tieren.
Weil das Pankreas halt echt ein
grosser Teil des Verdauungsapparates ist und sowohl Dünn- Dickdarm
und darin enthaltenes Mikrobiom eine enge Beziehung mit der
Bauchspeicheldrüse hat, gibt es auch diese unterschiedlichen Symptome. Deswegen machen wir doch kurz einen Ausflug
in die Möglichkeiten der Abklärung bzw. Diagnosestellung.
Da
Vitalstoffe, also Vitamine, Mineralien und Spurenelemente eine
elementare Rolle bei der Verdauung spielen empfehle ich eine
Blutuntersuchung bei dem der Gehalt an Vitamin B12 (Cobalamin), Zink
und Folsäure gemessen werden kann.
Durch
die Messung des TLI - trypsin linke immunoreactivity, mittels
Blutuntersuchung kann eine Pankreasinsuffizienz und auch eine
Pankreasschwäche einfach ermittelt werden. Sinkt der TLI so zeigt
dies eine verminderte Arbeitsleistung des Pankreas an. Sinkt der Wert
also unter den Normbereich, ist eine Pankreasschwäche/Insuffizienz
eine Erklärung dafür. Da der TLI im Blut durch Futteraufnahme
steigt, ist es wichtig vor der Blutentnahme Hund 12h fasten zu
lassen.
Nach
der möglichen Diagnose durch Tierarzt ist es spätestens Zeit die
Ernährung anzupassen. Denn wie schon geschrieben, ist das Pankreas
absolut Ernährungsabhängig um sich selbst gesund zu erhalten und um
seiner Arbeit nachgehen zu können.
Durch
den Verdauungsenzymmangel, durch die
Pankreasschwäche/Insuffizienzkönnen Kohlenhydrate, Fette und auch
Eiweiss nicht genügend aufgespalten werden. Werden diese
Makronährstoffe nicht aufgespalten können sie nicht via Darmwand
ins Blut aufgenommen werden. Wie in einem vorherigen Blog schon
beschrieben, sind Hund und Katze auf Energie durch Fett ausgelegt.
Weil die Fettverdauung besonders bei schwacher Bauchspeicheldrüse
gestört ist, kommt es auch schnell zu einem Energieverlust. Kann Fett nicht
gut aufgenommen werden, können natürlich auch die fettlöslichen
Vitamine und B12 nicht gut aufgenommen werden. Diese ganzen
Nährstoffe sollten also ergänzt werden, bzw. In hochverdaulicher
Form hinzugefügt werden.
Durch
zu wenig Vitamin B12 kann es dann zu einer Dysbiose kommen und diese
kann dann zusätzliche Aufnahmestörrungen begünstigen.
Zusammengefasst werden also generell elementare, überlebenswichtige
Nährstoffe ungenutzt via Kot ausgeschieden.
Bei
Vitamin B12 Mangel wird also B12 supplementiert. Immer wieder höre
ich, dass da viele noch nicht up to date sind und ihren Tieren
tatsächlich, die sehr schmerzhaften Vitamin B12 Spritzen einsetzen.
Das ist echt nicht nötig! Ich arbeite seit vielen Jahren,
erfolgreich mit einer bereits verfügbar gemachten Form des
Cobalamins (B12) und zwar ist dies Methyl-Cobalamin in Tropfen oder
Tablettenform. Vor vielen Jahren wurde ich noch belächelt,
inzwischen gibt es Studien die zeigen konnten, dass hoch dosierte
Methyl-Cobalamin Gaben in Tablettenform, eben auch super Erfolg
bringen.
Da
der Cobalamin Wert regelmässig übers ganze Leben kontrolliert
werden sollte bei den betroffenen Tieren, konnte ich diese Studien
also bestätigen bevor ich sie kannte. Ich
halte es in meiner Praxis so, dass ich nach der ersten Blutentnahme
für die Diagnosestellung beim Tierarzt, die Besitzer*innen
instruiere, bereits das B12 via Methyl-Cobalamin Tabletten oder
Tropfen niedrig zu substituieren. Wird
der Mangel bestätigt kann dann direkt auf eine höhere Dosis
gewechselt werden und so kann auch Zeit gespart werden. Denn sobald
der Cobalamin Mangel ausgeglichen ist, reduziert sich i.d.R. Die
Dosierung des enzymatischen Präparates bis auf die Hälfte, der
empfohlenen Erstdosis.
Es
gibt verschiedene enzymatische Nahrungsergänzungsmittel die ich
bereits erfolgreich einsetzen durfte. Von Rechtregulat, fermentierten
Lösungen, Papaya- und/oder Annanasenzymtabletten oder sogar
Kräutermischungen, dank denen ein Enzympräparat vom Tierarzt massiv
verringert werden konnte oder sogar überflüssig wurde.
Vorteile
von Rechtregulat, fermentierten Lösungen und Kräutermischungen sind
auch, dass die den Darm ins Gleichgewicht bringen können,
probiotisch wirken und dies wiederum die Aufnahme der Nährstoffe
begünstigt und bakterielle Infekte im Darm vorbeugen kann.
Die
Enzympräparate sollen ja die Verdauung der Nährstoffe erhöhen.
Also die weniger Arbeit die das Pankreas macht ausgleichen. Hier
empfehle ich bei einer Schwäche des Pankreas grundsätzlich auf
diese Enzympräparate zu verzichten um das Pankreas nicht noch mehr
zum Couchpotato zu machen. Ich bevorzuge da eine Überversorgung von
Vitalstoffen und hochverdauliche Nahrungsmittel, damit die
Bauchspeicheldrüse die Funktion die sie noch hat auch genügend
nutzen kann.
Generell
gilt, je höher verdaulich das Futter ist, desto weniger Enzyme
müssen zugesetzt werden. Egal welche Art der Enzympräparaten.
Natürlich
gibt es inzwischen spezielles Tierarztfutter. Dies ist
erfahrungsgemäss teuer, hat eine schlechte Akzeptanz und die
Zusammensetzung lässt zu wünschen übrig. Denn die Rohstoffe, die
in der Zusammensetzung ersichtlich sind, sind leider alles andere als
der Art gerecht. So werden Stoffe vielfach verarbeitet um die
Verdaulichkeit zu erhöhen. Viele Studien zeigen jedoch, dass genau
diese ganzen Verarbeitungen zu endokrinen Problemen führen können.
Also eben auch zu einer Pankreasschwäche oder Insuffizienz.
Keine
Fachperson streitet ab, dass bei Pankreasschwäche eine
hochverdauliche Nahrung im Vordergrund steht. Denn je besser
verdaulich die Nahrung ist, umso weniger Arbeit muss das Pankreas
leisten, umso weniger Enzyme müssen gegeben werden und umso kleiner
wird der Kothaufen.
Tierarztfutter
erreicht durch diese (leider suboptimalen) Verarbeitungen tatsächlich
eine Bioverfügbarkeit (Verdaulichkeit) von gut 90% bei einem
gesunden Tier. Dies entspricht einer 5% höheren Verdaulichkeit als
konventionelles Industrietrockenfutter. Ich weiss, 5% klingt nach
wenig... Doch diese 5% mehr Bioverfügbarkeit bedeutet auch, dass 25%
weniger Kot ausgeschieden wird. Dies wird auch als Argument für
diese Tierarztfutter genannt. Doch gewusst, dass mit artgerechter
Fütterung durch Fleisch (-Dosen) eine Bioverfügbarkeit von 95%
erzielt werden kann?! Mit entsprechenden Nahrungsergänzungen sogar
bis zu 97% und bei einer Bioverfügbarkeit von 95% reduziert sich die
Kotausscheidung um 50%!
Ebenso
gilt eine hohe Qualität der Rohstoffe als eine Garantie für hohe
Verdaulichkeit. Ich gehe da noch ein Stück weiter und empfehle nebst
der Qualität auch darauf zu achten, dass die Inhaltstoffe v.a.
tierischer Herkunft sind. Kohlenhydrate sollten auf ein Minimum
reduziert werden (Fertigfutter Rohfaser ca. 5%) bzw. Aus Gemüse und
Früchten stammen. So beugen wir anderen Verschiebungen des
Magen-Darm-Trakts vor und haben bereits für Ballaststoffe gesorgt,
welche für das Mikrobiom im Darm wichtig sind. Denn zu viel
Faseranteil vermindert die Bioverfügbarkeit der Nahrung. Hat Katze
oder Hund eine Pankreasinsuffizienz wird der Fettbedarf oft runter
geschraubt, dies macht auch Sinn, gerade zu Beginn der
Nahrungsanpassung. Wird ausgeglichen ernährt und eben auch
natürlich, kann der Fettbedarf gut auf Normalbedarf gesetzt werden.
Dies
bedeutet in Futtervolumen: Eine proteinreiche Nahrung mit wenig
Kohlehydraten und moderatem Fett. Oder wer es lieber in Kalorien
aufteilt: In Futter-Kalorienverteilung: ca. 44% der Kalorien (nicht
Futtervolumen!) sollten von Protein stammen, ca. 52% von Fett und 4%
der Kcal von Kohlehydraten.
Entgegen
vielen Thesen wird immer wieder bestätigt, dass eine alleinige,
erhöhte Aufnahme von Fett in der Nahrung von Katze und Hund, eine
Pankreatitis nicht fördert. Bei Büsis und Hunden gibt es also keine
Benachteiligung von hohen Fettanteilen im Futter solange folgende
Formel nicht überschritten wird: 10g/ Kg Körpermasse/Tag.
Regelmässige
körperliche Auslastung und Beschäftigung im Mass sind ebenso
wichtig für die Gesunderhaltung des Systems. Beim Hund gilt hier die
Faustregel 30 Minuten Gehen pro Tag.
Die
psychischen und ganzheitlichen Komponenten sollten natürlich auch
miteinbezogen werden. Das Pankreas, welches körperlich gesehen
zusammen mit dem Solarplexus die Lebensenergie aufnimmt und diese an
Organsysteme weiterleitet für Selbstschutz und emotionale
Kommunikation. Der (Milz-)Pankreasmeridian verarbeitet und verteilt Mitgefühl, Zuwendung, Fürsorge, Geborgenheit,
Genügsamkeit, Zufriedenheit, Selbstbewusstsein, Selbstwert und
Selbstachtung im ganzen System von Tier und Mensch und macht diese Gefühle spürbar.
Zuviel oder zu wenig dieser Gefühle können also auch zu einer körperlichen Blockade führen. Das Pakreas zeigt also auf der körperlichen Ebne, dass da emotional etwas schief läuft.
Bei
einer emotionalen Blockade in diesem Bereich kann also auch der
Körper entsprechend erkranken und auf der anderen Seite kann eine
Erkrankung der Bauchspeicheldrüse auch eine Blockade in diesem
Bereich anzeigen.
So
ist für Tiere mit Pankreasschwächen, die ich bisher kennen gelernt
habe auch immer ein direkter Bezug zum Solarplexus und Milz-Pankreas-Meridian Thema da.
Das
Schutzbedürfnis dieser Tiere ist sehr hoch, sie suchen erzieherische
Grenzen und scheinen sich selbst nicht gut zu spüren. Kommunikation
mit Artgenossen ist entweder überfreudig-unsicher oder sie bleiben
starr und stur bereits in jungem alter. Sie kuscheln gar nicht gerne
oder so sehr, dass es Mensch schon zu viel wird. Bei Angst v.a.
versuchen sie quasi „in Besitzer rein zu kriechen“.
Die
grösste Aufgabe des (Milz-)Pankreasmeridians ist die Stärkung des
Immunsystems. Im emotionalen Bereich geht es hier also auch darum, ein gesundes Umfeld zu schaffen. Gesunde Kontakte, was gerade in der heutigen Hundehaltung oft nicht funktioniert. Hund muss ja mit jedem anderen Hund auskommen, muss selbst Kontakte regeln, soll für Goozies alles machen und darf sich nicht seiner Art entsprechend ausdrücken (z.B. Knurren, ausweichen, sich verweigern, jagen...)
Die Frage ist hier also, wo wird das Tier unterdrückt, unterschätzt, klein gemacht? Wo werden zu viel, zu wenig oder für Katze/ Hund unverständliche Grenzen gesetzt? Wo werden Dinge verlangt, die nicht der Tierart entsprechen?
Und ja, ich habe es bisher noch nie erlebt, dass irgend eine Pankreaserkrankung nicht mit oben genannten Themen zusammen hängt. Milz-Pankreas-Meridian und Solarplexus stellen unsere Körpermitte dar. Die Körpermitte zeigt auch ob wir mit uns im reinen und ausgeglichen sind. Ein enorm grosses, cooles Lernfeld welches noch eine Frage in sich trägt die viel zu wenig Aufmerksamkeit erhält in diesem Kontext (von medizinischer Seite): Bist du als Halter*in in deiner Mitte? Handelst du nach deinem besten Wissen, Gewissen und nach deiner Überzeugung oder machst du was irgend ein Katzen-/Hundetrainer dir sagt, obwohl es dir wiederstrebt... dein Bauch dir sagt du sollst es nicht tun? JA dieses Bauchgefühl oder medizinisch: das enterische Nervensystem, diese Intuition ist Teil des Solarplexus und Milz-Pankreasmeridians!
Grüsse zum Neumond
Jean de Carvalho